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Landrat stellt Ergebnis der Bestandsanalyse zur Modernisierung und Reaktivierung von Wasserkraftanlagen vor

Anteil umweltfreundlicher Stromerzeugung kann auf 2,1 % steigen

Durch Modernisierung und Reaktivierung von Wasserkraftanlagen kann die umweltfreundliche Stromerzeugung von derzeit rd. 590 kW auf künftig ca. 930 kW um über 50 % gesteigert werden.
Für den Fall der Realisierung von zwei geplanten Anlagen mit je 750 kW eines privaten Investors, die an den vorhandenen Stauanlagen in der Fulda gebaut werden sollen, erhöht sich der Anteil auf 2.430 kW. In einem Planfeststellungsverfahren durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasser-, Küsten-, und Naturschutz (NLWKN) wird die Genehmigung zurzeit geprüft.


Mit den Leistungen des Werra-Kraftwerks Letzter Heller von 2.610 kW kann eine Gesamtleistung von rd. 5.040 kW erzeugt werden. Damit würde der Anteil der Wasserkraft am Stromverbrauch von rd. 1,4 auf etwa 2,1 % gesteigert. Das ist das Ergebnis der Bestandsaufnahme zur Nutzung der heimischen Wasserkraft im Landkreis Göttingen.
Diese Daten gab der Vorsitzende der WRG Wirtschaftsförderung Region Göttingen GmbH, Landrat Reinhard Schermann, auf einer Pressekonferenz in Hann. Münden an dem ehemaligen Wasserkraftwerk Blumer Mühle an der Werra bekannt.

Nach den weiteren Ausführungen des Landrats erscheint an acht von insgesamt 20 in Betrieb befindlichen Anlagen eine Leistungssteigerung im Umfang von 140 kW möglich.
Bei zwei dieser Kraftwerke sei sogar eine Leistungsverdoppelung zu erwarten.
Durch Wiederinbetriebnahme könne künftig mit elf Wasserkraftanlagen eine Leistung von 200 kW erwartet werden. Eine dieser Reaktivierungen befindet sich in Münden an der ehemaligen Blumer Mühle direkt unterhalb der historischen Werrabrücke. Alle rechtlichen Vorraussetzungen zum Bau und Betrieb liegen vor. Der private Investor wird noch in diesem Jahr mit den Bauvorbereitungen beginnen. Erwartet wird hier eine Leistung von rd. 140 kW.

Wie Schermann betonte, sollte in einem weiteren Schritt nach zusätzlichen Standorten gesucht werden, um alle wirtschaftlich interessanten und ökologisch vertretbaren Möglichkeiten auszuschöpfen. Darüber hinaus bleibe abzuwarten, ob durch innovative Technologien weitere Optimierungsmöglichkeiten bestehen. Zur Prüfung werde jetzt Kontakt zur Technischen Universität Braunschweig aufgenommen, denn dort befassten sich nach seiner Kenntnis Wissenschaftlicher mit technischen Weiterentwicklungen.

Der WRG-Aufsichtsratsvorsitzende hatte die Studie im Dezember 2009 als Kooperationsprojekt mit der E.ON Mitte AG in Auftrag gegeben, die auch die Finanzierung des Vorhabens entscheidend gefördert hat. Insgesamt wurden 49 Wasserkraftanlagen besichtigt und mit den Eigentümern bzw. Betreibern Optimierungen und Reaktivierungsmöglichkeiten erörtert. Diese hätten überaus positiv auf die Initiative reagiert.
Auf die weitere Vorgehensweise eingehend, erläuterte Schermann, dass die WRG jetzt den Besitzern bzw. den Inhabern der Staurechte die Daten zur Verfügung stellen und ein Beratungsangebot unterbreiten werde, um die Umsetzung der Potenziale zu realisieren. Das jetzt erstellte Datenmaterial werde die Investitionsentscheidung erleichtern.

Abschließend wies er darauf hin, dass nach dem Wasserhaushaltsgesetz alle Anlagen künftig einen ökologischen Standard erreichen müssen und Anpassungen mit Übergangsfristen versehen werden, die auch zu Leistungsverlusten bei den Wasserkraftanlagen führen können.
 
erstellt am 26.07.2010

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